Die Ansprüche an das Wohnen in kleinen Städten verändern sich - und das von beiden Seiten der Alterspyramide ausgehend. Auf der einen Seite wächst mit der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft der Bedarf an seniorengerechtem und barrierefreiem Wohnraum. Gleichzeitig differenzieren sich die Wohnbedürfnisse junger Menschen zunehmend aus. Neue Wohnformen und gemeinschaftsorientierte Angebote ergänzen die klassischen Mehr- und Einfamilienhäuser.
Mit dem Campus Freistil wurde in der Kleinstadt Rüdesheim am Rhein (Hessen) ein innovatives Wohnquartier geschaffen, das die Bedürfnisse älterer Menschen mit denen Studierender sowie von Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen inklusiv zusammenbringt. In sieben in Holzbauweise errichteten Häusern befinden sich Angebote für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Lebenssituationen, mit und ohne Einschränkungen, mit und ohne Pflegebedarf. Dazu gehören auch eine ambulante Betreuung sowie ein offener Treffpunkt im Quartier, der den Austausch mit der Nachbarschaft fördert und das Gemeinschaftsgefühl der Bewohnerinnen und Bewohner stärkt.
Initiiert und finanziert wurde das Projekt von Privatpersonen aus eigenen persönlichen Erfahrungen und Bedarfen heraus. Dass das Quartier in dieser Form am Standort finanzierbar wurde, lag auch an der aktiven Unterstützung durch die Kommune. Die Stadt Rüdesheim hat das Grundstück zweckgebunden als Gemeindebedarfsfläche ausgewiesen, sodass es günstiger zu erwerben war als vergleichbare Flächen vor Ort. Indem die Kommune dem privaten Engagement aus der Bürgerschaft auf diese Wiese entscheidende Steine aus dem Weg räumen konnte, profitiert sie langfristig vom neuen attraktiven Wohnangebot. Eine Modellprojektförderung des Landes Hessen und Kooperationen mit lokalen sozialen Trägern und Bildungseinrichtungen machten das Projekt wirtschaftlich umsetzbar.
Die sieben Häuser wurden seit 2020 nach und nach bezogen. Inzwischen hat sich der Campus Freistil zu einem lebendigen Ort entwickelt, der als gelungenes Modell für soziale Mischung gilt. Die Verbindung von hochwertiger Architektur, ambulanter Betreuung und lebendiger Nachbarschaft zeigt, wie innovative Wohnformen in einer Kleinstadt tragfähig umgesetzt werden können. Darüber hinaus eröffnet das Projekt Perspektiven, wie Menschen generationenübergreifend und in unterschiedlichen Lebenslagen langfristig in kleinen Kommunen wohnen bleiben können.
Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf der Webseite des Projekts und in der Broschüre des Land Hessen „Innovation und Gemeinsam im Wohnungsbau“.
Wie erleben junge Bürgermeisterinnen und Bürgermeister derzeit die Situation in ihren Kommunen – und was braucht es aus ihrer Sicht, damit Städte und Gemeinden auch künftig handlungsfähig bleiben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein neues Positionspapier des Netzwerks Junge Bürgermeister*innen.
Wie können sich Kleinstädte in tiefgreifenden wirtschaftlichen Transformationsprozessen langfristig zukunftsfähig aufstellen? Einen interessanten Einblick gibt der Beitrag „Damit es unser Revier bleibt“ in der aktuellen Ausgabe des Magazins Stadt:pilot. Er führt nach Lübbenau/Spreewald und zeigt, wie die Kleinstadt in der Lausitz den Strukturwandel vor Ort mit aktiver Stadtentwicklung gestaltet.
Geschäftsstelle Kleinstadt Akademie
Stadt Wittenberge
Post- & Besucheradresse
Am Bahnhof 1 | 19322 Wittenberge
Rechnungsadresse
Stadt Wittenberge / Kleinstadt Akademie
August-Bebel-Straße 10 | 19322 Wittenberge
info@kleinstadtakademie.de
+49 3877 564 682-6