Bericht
26.06.25
Erster bundesweiter Kleinstadt Kongress in Wittenberge zeigt Innovationskraft kleiner Städte

Am 25. und 26. Juni wurde Wittenberge (Brandenburg) zum Treffpunkt für etwa 350 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeitende, Planende, Forschende sowie Engagierte aus über 100 Kleinstädten in Deutschland.

Der erste bundesweite Kleinstadt Kongress zeigte eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft in kleinen Städten steckt - und wie wertvoll der direkte, kollegiale Austausch auf Augenhöhe ist. Unter dem Motto "Von Kleinstädten für Kleinstädte" standen konkrete Lösungen zu aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung in Kommunen zwischen 5.000 und 20.000 Einwohnern im Mittelpunkt. Die Idee: Angesichts wachsender Aufgaben, aber begrenzter Ressourcen in der Verwaltung können Kleinstädte stark vom gegenseitigen Austausch von Erfahrungen sowie konkret erprobten Lösungen profitieren.

So wurde sich in unterschiedlichen Themenarenen, Podiumsdiskussionen, Stadtspaziergängen und offenen Orten zu zentralen Herausforderungen der Stadtentwicklung ausgetauscht: vom Umgang mit Leerstand über wirksame Bürger- und Jugendbeteiligung bis hin zu neuen Allianzen zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und lokaler Wirtschaft. Der Kongress machte deutlich: Viele Kleinstädte finden mit Mut, Pragmatismus und persönlichem Engagement kreative Lösungen.

"Oft sind die vermeintlichen Schwächen der Kleinstadt eigentlich Stärken."

- Dr. Oliver Hermann, Bürgermeister von Wittenberge

Dabei bergen vor allem die kurzen Wege und überschaubaren Akteurslandschaften kleiner Städte große Chancen für Kooperation, Agilität und Nähe zu den Menschen vor Ort. Gleichzeitig wurde klar: Um Wandel möglich zu machen, braucht es Mut in der Verwaltung, gelingende Kommunikation mit Politik und Bevölkerung und vor allem verlässliche Rahmenbedingungen.

"Verwalten kann jeder. Aufs Gestalten kommt's an."

- Bernd Fuhrmann, Bürgermeister von Bad Berleburg

Zahlreiche Praxisbeispiele zeigten, mit welcher Energie und Kreativität kleine Städte den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft begegnen - aber auch wie stark Bürokratie, Fachkräftemangel oder unflexiblen Förderbedingungen sie dabei ausbremsen können. In diesem Spannungsfeld formulierten viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister klare Erwartungen an die Landes- und Bundespolitik.

Gleichzeitig wurde die Rolle kleiner Städte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Erleben der Demokratie deutlich hervorgehoben.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke betonte in seiner Rede die Bedeutung der Lebensqualität vor Ort als unmittelbarste Erfahrung von Demokratie: "Es sind die Kleinstädte und ihre Lebensqualität, die darüber bestimmen, wie Menschen Demokratie in unserem Land wahrnehmen."

Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, hob zudem die Qualität des Formats hervor und dessen Wirkung über die zwei Tage hinaus: "Bei diesem Kongress ist es der Kleinstadt Akademie wirklich gelungen, dass Begeisterte andere begeistern."

"Diese Veranstaltung stärkt und motiviert - so glaube ich - jeden und jede, der oder die dabei war."

- Bernward Küper, Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes

Der Kongress und seine Teilnehmenden senden ein starkes Signal: Kleine Städte stecken voller Innovationskraft und Lebensqualität. Sie stellen 49 Prozent aller Städte und Gemeinden und stehen für etwa ein Drittel der in Deutschland lebenden Menschen - dementsprechend groß ist ihre Bedeutung für die Herstellung gleicher Lebensverhältnisse. Damit sie ihre vielfältigen Aufgaben bewältigen können, braucht es gemeinsame Lösungen mit Bund und Ländern sowie praktikable Möglichkeiten, ihre Kompetenzen zu bündeln.

Fotos: Thomas Sasse & Christian Riemann

Mit der Kleinstadt Akademie steht ihnen dabei eine neue Struktur zur Seite, die einen konkreten praxisorientierten Austausch möglich macht: Als Schnittstelle der rund 2.100 Kleinstädte in Deutschland.

Das betont auch Siw Foge, Leiterin der Kleinstadt Akademie: "An den zwei Kongresstagen wurde in kompakter Form all das erlebbar, mit dem wir als Kleinstadt Akademie Kommunen dauerhaft unterstützen wollen: gute Ideen für möglichst viele Kleinstädte sichtbar und zugänglich machen, Wissenstransfer und Austausch ermöglichen und den spezifischen Belangen kleiner Städte mehr Sichtbarkeit verschaffen."

Der Kongress war ein Auftakt - der Austausch geht weiter.

Einen ausführlichen Rückblick mit zahlreichen Videos, Fotos, Praxisbeispielen und Stimmen vom Kongress finden Sie jetzt auf der Website des Kleinstadt Kongresses – für alle, die dabei waren, und alle, die leider nicht vor Ort sein konnten.

Zum Rückblick

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