Der zunehmende Leerstand von Geschäftsräumen in den Ortskernen ist eine Herausforderung, die viele Kleinstädte beschäftigt. Genau hier setzt das Projekt „FreiRaumStationen" an, das in der nordhessischen Kleinstadt Homberg (Efze) seinen Ursprung fand und mittlerweile auch in weiteren Kleinstädten verwirklicht wurde. Es ermöglicht kreative Zwischennutzungen, lockt die Stadtgesellschaften zurück in die Innenstädte und deckt neue Potenziale in den Ladenzeilen auf.
Die Idee lebt von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Ideen zur Zwischennutzung in die Entwicklung ihrer Stadt einbringen möchten. Nach Einreichen eines konkreten Nutzungskonzeptes erhalten sie ein Stipendium und dürfen einen Raum in der Innenstadt für mehrere Monate mietfrei nutzen. Im Gegenzug bereichern sie mit ihren Projekten den Ort, schaffen Räume für die Nachbarschaft und aktivieren den Leerstand. Gleichzeitig können neue Nutzungsideen ausprobiert werden. Die zwischengenutzten Räume befinden sich in der Regel entweder in privater oder in kommunaler Hand.
Wie vielfältig die Nutzungsoptionen sein können, zeigen die umgesetzten Projekte: Bisher wurden Konzerte, Kunstausstellungen, Theateraufführungen, eine Quartierswerkstatt, eine Pop-up-Bar sowie Mitmachworkshops für Fotografie und Floristik in einem Gewächshaus, einem Sportladen oder einem Schuhgeschäft umgesetzt. Je nach Bedarfen werden lokalen Unterstützungsangebote einbezogen - sei es beispielsweise durch eine Ehrenamtsberatung, eine Beratung durch ein Gründungszentrum oder der Wirtschaftsförderung.
Im Rahmen des „Summer of Pioneers" in Homberg (Efze) wurde das Projekt durch die Zukunftsoptimisten UG eingebracht. Unterstützt werden sie von Homberg-Pionieren, der Wirtschaftsförderung vom Homberg (Efze) und den Eigentümern der Immobilien. Auch während der Zwischennutzung werden die Stipendiaten weiter begleitet. Seit der erfolgreichen Umsetzung in Homberg (Efze) im Jahr 2021 haben die Gründerinnen und Gründer das Projekt auf umliegende Kleinstädte ausgeweitet. In Borken (Hessen) konnten bereits drei Leerstände erfolgreich aktiviert werden. Aktuell läuft das Projekt auch in Sömmerda und Schmalkalden. Dort wird die FreiRaumStation vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum gefördert. In Borken wurde sie vom Programm „Zukunft Innenstadt“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen unterstützt.
Das Projekt hat eine Würdigung im Wettbewerb „Land und Leute“ der Wüstenrot Stiftung sowie den 2. Preis des polis award 2024 in der Kategorie „Kommunikative Stadtgestaltung“ erhalten. Weitere Informationen zu den FreiRaumStationen finden Sie hier.
Aktuell sind Innenstädte geprägt durch den Einzelhandel. Doch mit einem sich ändernden Kundenverhalten stellt sich in vielen Kommunen längst die Frage, wie Innenstädte zukünftig belebt werden können. Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) hat einen umfassenden Leitfaden zur Entwicklung und Umsetzung neuer Nutzungskonzepte für Innenstädte veröffentlicht.
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