Eine stetig älter werdende Bevölkerung stellt viele Kleinstädte und Gemeinden vor die Aufgabe, Wohnkonzepte zu entwickeln, die Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen. Gleichzeitig stellt sich für viele Kommunen die Frage: Wie lassen sich solche Projekte konkret anstoßen, umsetzen und langfristig tragen?
Der Praxisleitfaden „Entwicklung und Umsetzung quartiersbezogener Wohnprojekte für ein selbstbestimmtes Leben im Alter“ bietet hierzu praxisnahe Orientierung. Er richtet sich gezielt an Kleinstädte und Gemeinden in strukturschwachen ländlichen Räumen und zeigt, wie entsprechende Projekte von der ersten Idee bis zum Betrieb entwickelt werden können.
Im Mittelpunkt steht das Wohnmodell „IN DER HEIMAT WOHNEN“, das vier zentrale Handlungsfelder beschreibt:
selbstständiges Wohnen
verlässliche Versorgung
lebendige Nachbarschaft
Vernetzung lokaler Akteure
Das Modell verbindet bezahlbare, barrierefreie Wohnungen mit gemeinschaftlichen Räumen und einem professionellen Quartiersmanagement. Dieses Quartiersmanagement spielt dabei eine Schlüsselrolle. Es begleitet die Bewohnerinnen und Bewohner, koordiniert Nachbarschaftshilfe, vernetzt lokale Angebote und aktiviert Ressourcen im Umfeld. So entsteht ein tragfähiges System, das nicht nur älteren Menschen zugutekommt, sondern das gesamte Quartier stärkt und Kommunen dabei unterstützt, lokale Versorgungsstrukturen langfristig zu sichern.
Neben diesen konzeptionellen Empfehlungen zeigt der Leitfaden auch, welche Rolle Kommunen im Prozess übernehmen können. Sie sollten die Projekte initiieren, Liegenschaften zur Verfügung stellen, lokale Akteure vernetzen und das Quartiersmanagement organisieren. Darüber hinaus liefert der Leitfaden konkrete Hinweise zur Finanzierung. Er betrachtet nicht nur die Baukosten, sondern auch die Kosten für den Betrieb, etwa mit Blick auf die langfristige Sicherung des Quartiersmanagements und der sozialen Begleitung sowie weiterer nicht-investiver Leistungen. Finanzierungsquellen können Förderprogramme, Modellvorhaben, kommunale Zuschüsse, Eigenmittel beteiligter Träger sowie Beiträge von Unternehmen sein. Unterstützung kann zudem von Stiftungen oder über freiwillige Beiträge der Bewohnerinnen und Bewohner kommen.
Der Leitfaden wurde im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) entwickelt, von IN DER HEIMAT WOHNEN mbH herausgegeben und von der Joseph-Stiftung sowie dem Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg e. V. erarbeitet.
Sie stehen in Ihrer Kommune vor der Aufgabe, ein altersgerechtes Wohnangebot zu entwickeln, oder haben einfach Interesse, mehr zu erfahren? Dann schauen Sie jetzt in den Leitfaden.
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