Wissen
25.03.26
Publikation „Leben vor der Stadt. Einfamilienhäuser als Möglichkeitsräume“

In vielen Kleinstädten prägen Einfamilienhaussiedlungen die räumliche und soziale Struktur. Die meisten dieser Häuser werden heute von ein bis zwei Personen bewohnt, während andernorts bezahlbarer Wohnraum fehlt. Studien zeigen: Viele Bewohnerinnen und Bewohner wollen ihre Wohnfläche verkleinern und sind offen für Alternativen. Was fehlt, sind kommunale Leitbilder und Unterstützungsangebote.

Der Einfamilienhausbestand kann durch Anpassung, neue Nutzungskonzepte oder alternative Eigentumsmodelle zur gesellschaftlichen Ressource werden. Die Publikation „Leben vor der Stadt. Einfamilienhäuser als Möglichkeitsräume“ dokumentiert ein mehrjähriges Forschungsprojekt der Wüstenrot Stiftung und der Hochschule für Technik Stuttgart und bietet mit seinen fundierten Analysen, Entwicklungsansätzen und Fallstudien gerade für Kleinstädte wichtige Impulse.

Umfassende Transformationen ganzer Siedlungen fehlen noch, doch zeigen erste Initiativen den Weg. Kommunen können Pilotprojekte initiieren, Wohnraumagenturen als Schnittstelle zu Bürgerinnen und Bürgern aufbauen und niedrigschwellige Beratungsangebote schaffen. Letztere können von der Sanierung und dem barrierefreien Umbau über alternative Wohnmodelle bis hin zum flächenoptimierten Wohnen reichen. Auch Pilotprojekte für einzelne Gebäude helfen beim Einstieg in den notwendigen Wandel.

Die Kleinstadt Hiddenhausen (NRW) beispielsweise zeigt seit 2007 mit dem Förderprogramm JUNG KAUFT ALT, wie kommunale Initiative wirkt: Durch das Förderprogramm werden junge Familien beim Kauf einer mindestens 25 Jahre alten Immobilie unterstützt. Es soll Menschen in Hiddenhausen halten und den Bestand gegenüber dem Neubau stärken. Ein weiteres Beispiel, um den Wohnraum zu aktivieren, ist der Umbau zu Mehrfamilienhäusern. Als Modellprojekt wird das Mehrfamilienhaus K3 Hörbranz in Österreich angeführt. Durch die Aufstockung des Einfamilienhauses mit Holzkonstruktionen bietet diese nun Raum für drei Wohneinheiten und weist aufgrund der modernen Sanierung einen geringeren Energiebedarf auf.

Die Publikation stellt heraus, dass für die zukunftsfähige Entwicklung von Einfamilienhaussiedlungen die starren Gebietskategorien der Baunutzungsverordnung hemmend wirken. Einige Fachleute fordern daher eine "transformative Re-Regulierung", flexiblere Regelungen für zukunftsfähige Einfamilienhausbestände: sozial durchmischt, klimafreundlich und mit kurzen Wegen.

Die Publikation richtet sich an Kommunen, Planungsfachleute, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger, die neue Wohnkonzepte entwickeln wollen. Sie steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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