Herzberg, 28.05.2026: Was können andere Kleinstädte in Deutschland von Herzberg, Spremberg, Luckenwalde und Wiesenburg/Mark lernen, um junge Menschen und Familien für ihre Orte zu gewinnen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der bundesweiten Kleinstadt Akademie, zu der Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Städte nach Herzberg gekommen waren.
Am vergangenen Donnerstag empfing Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz Amtskolleginnen und ‑kollegen aus anderen Kleinstädten. Vor Ort gab er ihnen Einblicke in die zahlreichen Angebote für junge Menschen und Familien, mit denen sich die Stadt nicht zuletzt auch attraktiv für Rückkehrer und Zuzügler aufstellen möchte. Gemeinsam mit Stephanie Kuntze, Leiterin des Fachbereichs Zentrale Steuerung & Services sowie Familie & Bildung, stellte er in diesem Rahmen auch das Haus II im ehemaligen Schulgebäude in der Rosa-Luxemburg-Straße vor, in dem unter andrem ein Jungendtreff, ein Proberaum für Bands, ein Makerspace und ein Repair-Café eingerichtet wurden.
Neben Herzberg präsentierten weitere Städte unterschiedliche Herangehensweisen, mit denen sie neue Einwohner gewinnen beziehungsweise einstigen Kindern der Stadt die Rückkehr schmackhaft machen wollen – oder das bereits erfolgreich konnten. Die kommunale Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städte Spremberg und Spreetal stellt die Rückkehrerkampagne „Heeme fehlste“ vor und berichtete von ihren Erfahrungen mit verschiedenen Maßnahmen. Dort ermöglichte man zum Beispiel vier Familien ein vierwöchiges Probewohnen, bietet mit dem „Stadt.Geh.Spräch“ einen Stadtrundgang gezielt für potenzielle Zuzügler und Rückkehrer an und begrüßt diese mit einer Willkommensbox. Die Stadt Wiesenburg/Mark erläuterte den Weg zu ihrem Strategischen Regionalen Entwicklungskonzept und gab Einblicke in die konkrete Zusammenarbeit mit dem genossenschaftlich organisierten KoDorf, das von einer Gemeinschaft bisheriger Großstädter vor Ort gegründet wurde. Die Stadt Luckenwalde unterstützte eine gemeinschaftliche Initiative dabei, den Begegnungsort „Open Eck“ zu schaffen, indem sie den Initiatoren unter anderem beim Beantragen wichtiger Fördermittel zur Seite stand.
So unterschiedlich die Projekte auch sind: Einig waren sich die Teilnehmenden, dass niemals Einzelmaßnahmen über die Attraktivität einer Kleinstadt für Rückkehrer und Zuzügler entscheiden, sondern stets eine Vielzahl relevanter Faktoren zusammenkommen. Umso wichtiger ist es, an mehreren verschiedenen Stellen anzusetzen. Hinzu kommt, dass die Entscheidung für einen Umzug in der Regel ein langer Prozess ist, der Zeit zum Reifen und zur Umsetzung benötigt. Insofern ist seitens der Kommunen ein langer Atem erforderlich. Viele Maßnahmen zahlen sich erst mit der Zeit aus.
Siw Foge, Leiterin der Kleinstadt Akademie, verwies zum Abschluss auf die besonderen Stärken kleiner Städte, in denen kurze Wege eine pragmatische Lösungsfindung begünstigen: „Gerade weil man sich hier in unterschiedlichen Rollen, im Verein, im Stadtrat, bei der Bank und in der Feuerwehr begegnet, ist der erste Schritt für die Entwicklung gemeinsamer Lösungen schnell gemacht.“
Die Veranstaltung war Teil einer bundesweiten Reihe der Kleinstadt Akademie mit Sitz im brandenburgischen Wittenberge. Die 2024 durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ins Leben gerufene Kleinstadt Akademie ist die erste bundesweite Schnittstelle der mehr als 2.100 Kleinstädte in Deutschland. Sie möchte unter anderem dazu beitragen, dass Kleinstädte Wissen und Erfahrungen besser miteinander teilen können, sodass sie von guten Ideen und praktikablen Lösungen aus anderen Städten in Deutschland profitieren.
Kleinstadt Akademie
Tim Kühne
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Die Jury des Projektaufrufs für die Kleinstadt-Labore 2026–2027 hat fünf Kommunen ausgewählt, die eine Förderung für ihre Projekte zum Thema „Neues Wohnen“ erhalten sollen.
In Kleinstädten nimmt die Vorbereitungsphase, auch als Phase 0 bezeichnet, eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung komplexerer Stadtentwicklungsprozesse ein. Während diese in der Praxis oftmals zunächst informell und intuitiv abläuft, werden hier bereits entscheidende Bündnisse geschlossen und inhaltliche Weichen gestellt. Eine neue Kurzexpertise der Kleinstadt Akademie gibt Empfehlungen, wie Kleinstädte diese wichtige Phase optimal gestalten.
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