Zörbig, 25.06.2026: Wie können Kleinstädte die Energiewende nutzen, um neue Einnahmequellen zu erschließen und ihre Bürgerinnen und Bürger an der Wertschöpfung vor Ort zu beteiligen? Antworten auf diese Frage suchten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Städte aus ganz Deutschland bei einer Veranstaltung der bundesweiten Kleinstadt Akademie in Zörbig. Die Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld präsentierte dabei gemeinsam mit Osterburg in der Altmark sowie den sächsischen Kommunen Wurzen, Bennewitz, Thallwitz und Lossatal ihre Erfahrungen.
Am vergangenen Donnerstag empfing Zörbigs Bürgermeister Matthias Egert Amtskolleginnen und ‑kollegen aus anderen Kleinstädten im KulturQuadrat Schloss Zörbig. Vor Ort gab er ihnen Einblicke in die geplanten Windenergie-Projekte im Stadtgebiet und stellte insbesondere vor, wie Zörbigerinnen und Zörbiger in Form von Anteilen an der Bürgergenossenschaft oder Nachrangdarlehen daran beteiligt werden sollen.
Neben Zörbig präsentierten auch weitere Städte unterschiedliche Herangehensweisen, mit denen sie die Wertschöpfung aus der Erzeugung Erneuerbarer Energien vor Ort halten wollen. Nico Schulz, Bürgermeister der Stadt Osterburg aus dem Landkreis Stendal, gab unter anderem Einblicke in die Gestaltung eines lokalen Ökostrom-Tarifs, mit dem Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu günstigen Konditionen Strom beziehen können. Stefanie Kleine vertrat die Wurzener Land-Werke, eine gemeinsame Gesellschaft der der vier sächsischen Kommunen Wurzen, Bennewitz, Thallwitz und Lossatal. Sie berichtete unter anderem von einem eigens angelegten Agroforstsystem, mit dem die Land-Werke Holz produzieren, das später zum Beheizen der städtischen Wärmenetze verwendet wird.
Siw Foge, Leiterin der Kleinstadt Akademie, verwies zum Abschluss auf die Chance, die für Kleinstädte in Modellen wie der Zörbiger Bürgergenossenschaft liegt: „Die vorgestellten Beispiele zeigen, dass die Energiewende für Kleinstädte weit mehr sein kann als eine klimapolitische Aufgabe. Wenn es gelingt, die Wertschöpfung vor Ort zu halten und die Menschen einzubeziehen, entstehen neue finanzielle Spielräume für die kommunale Entwicklung.“
Die Veranstaltung war Teil einer bundesweiten Reihe der Kleinstadt Akademie mit Sitz im brandenburgischen Wittenberge. Die 2024 durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ins Leben gerufene Kleinstadt Akademie ist die erste bundesweite Schnittstelle der mehr als 2.100 Kleinstädte in Deutschland. Sie möchte unter anderem dazu beitragen, dass Kleinstädte Wissen und Erfahrungen besser miteinander teilen können, sodass sie von guten Ideen und praktikablen Lösungen aus anderen Städten in Deutschland profitieren.
Kleinstadt Akademie
Tim Kühne
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Die Jury des Projektaufrufs für die Kleinstadt-Labore 2026–2027 hat fünf Kommunen ausgewählt, die eine Förderung für ihre Projekte zum Thema „Neues Wohnen“ erhalten sollen.
In Kleinstädten nimmt die Vorbereitungsphase, auch als Phase 0 bezeichnet, eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung komplexerer Stadtentwicklungsprozesse ein. Während diese in der Praxis oftmals zunächst informell und intuitiv abläuft, werden hier bereits entscheidende Bündnisse geschlossen und inhaltliche Weichen gestellt. Eine neue Kurzexpertise der Kleinstadt Akademie gibt Empfehlungen, wie Kleinstädte diese wichtige Phase optimal gestalten.
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