Was macht eine Innenstadt attraktiv – und wie verändern sich die Erwartungen der Menschen? Die „Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27“ der CIMA Beratung + Management GmbH untersucht zum dritten Mal seit 2022 die Wahrnehmung deutscher Innenstädte. Grundlage ist eine bundesweite, bevölkerungsrepräsentative Befragung zu Themen wie Innenstadtbesuch, Handel, Sicherheit, Mobilität sowie Wohnen und Leben.
Ein zentraler Befund: Die Bindung an die Innenstadt nimmt wieder zu. 83,3 Prozent der Befragten wollen ihre Innenstadt künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute. Zugleich macht die Studie deutlich, dass attraktive Zentren heute weit mehr leisten müssen als Versorgung und Einkauf: Sie sind Aufenthalts-, Begegnungs- und zunehmend auch Wohnorte.
Für die kommunale Praxis lassen sich aus den zentralen Ergebnissen unter anderem folgende Impulse ableiten:
Nahversorgung bleibt ein zentraler Frequenzanker. Lebensmittel, Drogeriebedarf und Bekleidung gehören weiterhin zu den wichtigsten Angeboten attraktiver Innenstädte; besonders stabil zeigt sich dabei der Lebensmitteleinzelhandel. Für Kleinstädte lässt sich daraus ableiten, die Sicherung alltagsrelevanter Angebote im Zentrum eng mit Aufenthaltsqualität und weiteren Besuchsanlässen zu verbinden.
Aufenthaltsqualität beginnt bei den Grundlagen. Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Fußgängerfreundlichkeit gehören mit Zustimmungswerten von rund 90 Prozent zu den wichtigsten Faktoren. Den größten konkreten Verbesserungsbedarf sehen die Befragten bei öffentlichen Toiletten.
Wohnen wird zur zentralen Aufgabe der Innenstadtentwicklung. Das innerstädtische Wohnungsangebot erhält mit der Durchschnittsnote 3,75 die schlechteste Bewertung aller untersuchten Funktionsbereiche. Die Studie verbindet mehr Wohnen im Zentrum ausdrücklich mit multifunktionalen und dauerhaft belebten Innenstädten.
Digitale Lösungen überzeugen vor allem durch konkreten Nutzen. Besonders offen sind die Befragten für Anwendungen, die alltägliche Probleme lösen – etwa digitale Mängelmelder, City-Apps, intelligente Beleuchtung oder Parkraumsteuerung. Transparenz, Datenschutz und menschliche Entscheidungshoheit bleiben dabei wichtige Voraussetzungen.
Sicherheit ist auch eine Frage der Gestaltung des öffentlichen Raums. Als wichtigste Maßnahme zur Verbesserung des Sicherheitsempfindens nennen die Befragten eine bessere Beleuchtung. Zugleich zeigt die Studie, dass es keine einzelne „Wunderwaffe“ gibt und neben ordnungspolitischen Maßnahmen auch städtebauliche und gemeinschaftsorientierte Ansätze eine Rolle spielen.
Gerade für Kleinstädte lohnt sich zudem der Blick in die nach Stadtgrößen differenzierten Ergebnisse. So zeigen sich bei kleineren Städten teilweise andere Prioritäten als in größeren Zentren: In Städten mit 10.000 bis unter 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehören beispielsweise digitale Angebote, in Städten bis 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Bibliotheken zu den drei wichtigsten Attraktivitätsfaktoren.
Für Verantwortliche in Kleinstadtverwaltungen bietet die Studie damit eine umfangreiche Datengrundlage, um die eigene Innenstadtentwicklung zu überprüfen: Welche Stärken kann die eigene Stadt ausspielen, wo liegen konkrete Defizite – und welche Maßnahmen entsprechen tatsächlich den Bedürfnissen der Menschen vor Ort?
Aktuell sind Innenstädte geprägt durch den Einzelhandel. Doch mit einem sich ändernden Kundenverhalten stellt sich in vielen Kommunen längst die Frage, wie Innenstädte zukünftig belebt werden können. Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) hat einen umfassenden Leitfaden zur Entwicklung und Umsetzung neuer Nutzungskonzepte für Innenstädte veröffentlicht.
Welches von sieben potenziellen Zukunftsszenarien spiegelt am deutlichsten die aktuelle Entwicklung Ihrer Kleinstadt wider? Nehmen Sie jetzt an unserer bundesweiten Befragung "Zukunftsfeste Kleinstädte 2045" teil und erhalten Sie direkt im Anschluss eine individuelle Auswertung für Ihre Stadt.
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